Das Projekt Bandcoaching hat begonnen!
- sechs junge Bands qualifizieren sich beim Bandfestival für das musikalische Intensiv-Förderprogramm
Mit einem großen Eröffnungsfestival ist das Projekt Bandcoaching in seine Praxisphase gestartet. Acht junge Bands haben sich am letzten April-Wochenende in der Heimschule Lender in Sasbach dem Urteil der Jury gestellt und um einen Platz in dem einjährigen Coaching-Projekt gespielt. Sechs Bands haben mit ihrem Auftritt überzeugt und werden nun ein Jahr lang von professionellen Musikern in ihrer Band-Arbeit begleitet. In verschiedenen Praxis-Workshops, Selbst-Lernphasen und E-Learning-Modulen bekommen die jungen Musiker nun von den Profis praktische Tipps und theoretisches Wissen an die Hand, wie sie ihren musikalischen Ausdruck und ihre Bühnenpräsenz verbessern können und die Fertigkeiten an ihren Instrumenten weiter ausbauen können. Die Förderung der Kreativität und die Ermutigung zum eigenen Stil sind dabei ebenso erklärtes Ziel der Dozenten wie die Vermittlung von Ensemblekultur und technischem Know-how, wie sie für das bandtypische Musizieren wichtig sind.
Einen Vorgeschmack dessen, wie solche Lerninhalte mit Spaß in die Praxis umgesetzt werden können und was die Teilnehmer künftig erwarten wird, gab es bereits beim Eröffnungs-Bandfestival: Ob beim Vorspiel der Dozenten-Band, die das Wochenende über immer wieder eindrucksvoll und höchst professionell demonstrierte, wie durchdachte Arrangements und ein gelungenes Zusammenspiel klingen können, oder beim Live-Playing-Workshop, bei dem man im Plenum lernte, wie man sich ein völlig neues Stück sinnvoll erarbeiten kann; ob im Einzel-Bandcoaching, wo jede Gruppe mit einem eigenen Dozenten arbeiten durfte und an ihren bereits einstudierten Arrangements weiter feilen konnte, oder im gezielten Instrumentalunterricht für Keyboarder, Bläser, Schlagzeuger und Gitarristen - dank des vielfältigen Angebots an Inhalten und Methoden hatte das Bandfestival für alle Teilnehmer etwas zu bieten.
Und in der Tat waren die jungen Musiker mit viel Spaß und Eifer, aber auch mit bemerkenswertem Wissenshunger bei der Sache: Beim Tontechnik-Workshop folgten sie fasziniert den Erläuterung des Bühnentechnikers, der ihnen nicht nur erklärte, wie ein Mischpult funktioniert und wie für eine sinnvolle Beschallung die Lautsprecherboxen aufgestellt werden sollten, sondern auch den Unterschied zwischen dynamischen und Kondensatormikrofonen erläuterte und hilfreiche Tipps für die richtige und angemessene technische Ausstattung ihrer Band mit auf den Weg gab. Im Vocalcoaching mit der professionellen Stimmbildnerin übten die Sängerinnen und Sänger zunächst eifrig neue Einsingübungen und lernten wichtige Grundlagen zu Atemtechnik, Stimmsitz und Singtechniken lernen, ehe sie dann auch gleich praktisch ausprobieren konnten, wie man mit Mikrofon und Monitorboxen richtig singt und worauf es beim Soundcheck ankommt. Die Bassisten hatten großen Spaß bei ihrem Body-Percussion-Workshop, den sie bei strahlendem Sonnenschein draußen auf dem Hof der Heimschule abhielten, und lernten quasi am eigenen Leib, wie wichtig und wie schwierig es sein kann, einen exakten, sauberen Rhythmus durchzuhalten. Noch weit über die Workshop-Einheiten hinaus hörte man das ganze Wochenende über in der Heimschule aus allen Ecken die jungen Leute weiter singen, klopfen, musizieren …
Doch nicht nur Lerneifer und Musizierfreude prägten dieses Wochenende, auch die Stimmung unter den jungen Bandcoaching-Wettbewerbern war ausgesprochen freundlich und nett. Neugierig, wohlwollend und kritisch-konstruktiv hörten die mehr als 50 Jugendlichen einander zu, wenn gerade eine andere Band ihren Auftritt hatte, und bedachten einander immer wieder mit freundlichem Applaus. Das prägte wesentlich die Atmosphäre dieses Bandfestivals, das ja vornehmlich auch ein Auswahl-Wettbewerb war, bei dem die Teilnehmer für das Band-Coaching-Projekt gekürt werden sollten.
Und so stieg dann auch die Spannung, als am Samstagnachmittag der Band-Contest startete und jede Band knapp 20 Minuten Zeit hatte, sich mit vorgegebenen Pflichtstücken und eigenen Liedern vorzustellen. Es galt, mit Spielfreude, Kreativität, Engagement und musikalischem Geschick die Mitbewerber und die eigens zu dem Wettbewerb angereisten Freunde und Fans zu unterhalten und die Jury von sich zu überzeugen. Um sich für das Bandcoaching zu qualifizieren, zählte aber nicht nur der musikalische Auftritt an diesem Nachmittag. Ebenso wichtig war in den Augen der Dozenten-Jury das Entwicklungspotential der Bands und die Motivation der jugendlichen Musiker, sich künftig ein Jahr lang intensiv coachen zu lassen, um in das Coaching-Projekt aufgenommen zu werden.
Zu hören gab es bei dem Bandcontest eine bunte Bandbreite – von der akustischen NGL-Gruppe bis hin zur laut-verstärkten Ska-Band war alles vertreten. Vom mitreißenden ,„Ruby“ der Kaiser Chiefs, über das pfiffige Arrangement des NGL-Kyrieliedes „Der Müden Kraft“ bis hin zur eigenwilligen Interpretation eines sonst eher ruhig gedachten „Selig“-Liedes oder aber auch interessanten Eigenkompositionen reichte das Spektrum der musikalischen Darbietungen.
Am Ende konnten sich folgende sechs Bands für das Bandcoaching qualifizieren:
• ChuXX - das sind sechs rockende Mädels aus Donaueschingen,
• Fairytale aus Haigerloch spielt Pop, Rock, Religious,
• Die Leiterbäänt aus Konstanz mixt Rock, Punk und Ska mit deutschen Texten,
• Kairos aus Freiburg spielt Neue Geistliche Musik und Pop in besonderer Besetzung,
• Puking Tomcats sind eine Punk-Rock-Band aus Donaueschingen,
• die Tonleiter aus Singen spielt Neue Geistliche Lieder.
Diese sechs Bands starten nun gemeinsam ins Projekt Bandcoaching und werden nun ein Jahr lang intensiv bei Auftritten, Workshops und Übephasen von dem Dozententeam betreut. Sie bereiten sich schon jetzt eifrig auf den nächsten Workshop vor, der vom 18.-20. Juli wieder in der Heimschule Lender in Sasbach stattfinden wird. Aber auch die anderen beiden Bands - SPAM aus Sasbach und Parish House Band aus Istein -, die es nicht ins Bandcooaching geschafft haben, gehen nicht leer aus: Sie bekommen für ein Wochenende einen Profi-Musiker zur Seite gestellt, mit dem sie – ganz individuell - musikalisch arbeiten können und von dem sie sicherlich noch den einen oder anderen Tipp bekommen, wie sie ihre Band-Performance weiter verbessern können.
Rückblickend war das Eröffnungsfestival für alle Beteiligten ein voller Erfolg – auch für das Dozententeam, das mit dem Ablauf und den Ergebnissen dieses Wochenendes sehr zufrieden ist. Nun schauen alle gespannt darauf, was das Projekt „Bandcoaching“ weiter bringen wird und wie sich die jungen Talente in diesem Jahr weiterentwickeln werden.
Weitere Informationen zum Projekt „Bandcoaching“ gibt es ⇒hier oder unter www.bandcoaching-freiburg.de




