Musikwerkstatt in Bruchsal - eine kleine Auszeit
Kommt und seht …
Unter diesem Motto lud die Musikwerkstatt Freiburg im Juli zu ihrem Workshop ins Pfarrzentrum St. Josef nach Bruchsal ein.Und wenn auch hauptsächlich SängerInnen und Instrumentalisten aus der Umgebung kamen, so folgten diesem verheißungsvollen Ruf doch auch Neugierige aus dem Süden der Erzdiözese und auch aus Mainz.
Bereits bei unsrer Ankunft um 8.30 Uhr morgens standen frischer Kaffee und warmer Hefezopf bereit. So kann der Tag getrost beginnen! Zu verdanken hatten wir das den guten Geistern der Kirchenband „Prisma“ um Roland Schürer, die uns zwei Tage lang mit leckerem Essen verwöhnten. Nach der Begrüßung wurde nicht lange gefackelt, die Proben begannen mit Leo Langer im Chor und Wolfgang Klockewitz für die Band.
Wir erarbeiteten Stücke aus der Messe „Kommt und seht“ von Gregor Linßen, welche er im vergangenen Jahr für das Kirchweihjubiläum der Kirchengemeinde St. Judas-Thaddäus in Karlsruhe-Neureut komponiert hatte, und Lieder aus der Liedersammlung des Ökumenischen Kirchentages in München. Doch egal, welches Lied wir auch anstimmten, immer wusste Leo Langer uns darauf einzustimmen: Er stellte eine Verbindung her zu aktuellen Themen, vermittelte uns, was Gregor Linßen mit seinen Melodien und seinen Texten aussagen möchte, und so ging das Proben fast von selbst. Wolfgang Klockewitz stimmte die Band auf den richtigen Groove ein. Die Proben wurden eigentlich nur für die Essenspausen unterbrochen, und so manch einer stellte fest, dass Singen einen auch ganz schön fordern kann.
Den Samstag ließen wir auf dem Michaelsberg ausklingen. Die Abendsonne tauchte alles in ein goldenes Licht und wir genossen den weiten Blick über die Rheinebene. In der Michaelskapelle dann feierten wir mit Gefängnisseelsorger und Dekan Peter Holzer einen abendlichen Impuls, natürlich nicht, bevor wir dafür die Lieder vor Ort geprobt hatten.
Ausgeruht und nach einem guten Frühstück ging es am Sonntag mit einem guten Gedanken von Peter Holzer zu den beiden Schwestern Maria und Martha weiter. Die nette Atmosphäre untereinander, die tolle Musik und der gute Geist Gottes – all das trug wohl dazu bei, dass auch der Sonntag genau so entspannt verlief wie schon der Samstag. Allzu schnell war der Nachmittag da, und damit stand die gemeinsame Probe in der Kirche auf dem Programm. Wir versammelten uns alle um den Altar und genossen das Zusammenspiel zwischen Band und Chor. Auch mit der Lautstärke wurde man sich einig, so, dass jeder seinen Platz fand als kleiner Teil vom großen Ganzen.
Die Abendmesse bildete dann den krönenden Abschluss an diesem Wochenende. Um nicht unter dem Druck zu stehen, alles perfekt zu machen, sondern sich ganz entspannt auf die Musik einlassen zu können, war im Vorfeld bereits klar, dass wir den Gottesdienst nur für uns feiern würden. Zu uns gesellten sich dann noch Angehörige und Freunde der Mitwirkenden, und unter Leitung von Dekan Holzer feierten wir für- und miteinander die Eucharistiefeier.
„Gehen wir“… - das Schlusslied der Messe entließ uns auf unsre Wege zurück nach Hause, in den Alltag. Doch ich denke, alle werden dieses Wochenende als kleine Auszeit, als Kraftquelle und wirklich gute Zeit in Erinnerung behalten. Ganz persönlich für mich war dieses Wochenende durch folgenden Liedtext geprägt:
„Stille lass mich finden, hier bei dir,
Atemholen will ich – ruhig sein in dir.
Voller Unrast ist mein Herz in mir,
bis es Friede findet, hier bei dir.
Bis es Friede findet, hier bei dir.“
Danke all denen, die uns das ermöglicht haben. Wir kommen gerne wieder!
Heidrun Zimmermann




