Rückschau: Fröhliches Singen mit 25.000 Jugendlichen

Fotos: Monika Cajkovac

Weltjugendtag 2005 – das große Glaubensfest der Jugendlichen aus aller Welt prägte dieses Jahr auch die Arbeit der MUSIK-WERKSTATT Freiburg. Internationale Neue Geistliche Lieder kennen lernen, neue und altbekannte Weltjugendtagssongs einüben und mit den Gästen aus aller Herren Länder im Gottesdienst gemeinsam zu singen und zu feiern, stand auf dem Programm. In mehreren kleineren Workshops und einer großen Musikwerkstatt in Freiburg stimmte man sich so auf den Weltjugendtag ein.

Herausragender Höhepunkt aber war die musikalische Gestaltung des diözesanen Abschlussgottesdienstes der "Tage der Begegnung" in Mannheim. Noch nie zuvor hatte man bei einem größeren Event mitgewirkt: 25.000 Jugendliche hatten auf dem Maimarktgelände versammelt, um mit einem großen Fest die "Tage der Begegnung" ausklingen zu lassen und gemeinsam nach Köln zum Weltjugendtag aufzubrechen. Im Zentrum des Tages stand eine Eucharistiefeier unter freiem Himmel mit Erzbischof Robert Zollitsch und zahlreichen weiteren Bischöfen und Kardinälen.

Für die passende Musik in der Liturgie sorgte an diesem Tag die MUSIK-WERKSTATT Freiburg: Leo Langer hatte einen Projektchor aus 45 Sängerinnen und Sängern zusammengestellt, der die große Masse beim Singen unterstützen und zum Mitsingen animieren sollte. Begleitet wurde der Chor von einer Band aus professionellen Musikern. Wolfgang Klockewitz, der Arrangeur der Stücke, hatte für diesen Gottesdienst – wie er sagte – "das Beste, was Baden-Württemberg an Musikern zu bieten hat" engagiert. Außerdem konnte Gregor Linßen, der Komponist des offiziellen Weltjugendtagssongs 2005 und bewährter Partner zahlreicher MUSIK-WERKSTATT-Projekte, als Solist gewonnen werden.

Was aber singt man mit mehreren tausend jungen Katholiken aus 48 Nationen bei einem solchen Gottesdienst? Am besten bekannte oder eingängige Lieder, dachte sich die MUSIK-WERKSTATT und hatte im Vorfeld eigens ein "Chorheft zum Weltjugendtag" herausgegeben, das genau solche Lieder vereint, die zum gemeinsamen Singen einladen: Einfache Taizé-Gesänge, altbekannte NGL-Schlager, eingängige Neue Lieder und selbstverständlich auch das aktuelle Weltjugendtagslied 2005 "Venimus adorare eum" – durchgängig in mehrsprachigen Fassungen und mit attraktiven Chorsätzen.

Wolfgang Klockewitz, Komponist und Profimusiker, hatte diesen Stücken mit pfiffigen Arrangements neues Leben eingehaucht: Das "Lobe den Herren" aus dem Gotteslob erklang z.B. im Bolero-Rhythmus und "Gehet nicht auf in den Sorgen dieser Welt" war dank seines Samba-Stils und moderner Phrasierungen keineswegs mehr langweilig.

Der Sound kam bei den Jugendlichen an: Begeistertes Mitsingen, Klatschen und Fahnenschwenken ließen den Gottesdienst in Mannheim zu einem fröhlichen und ansteckenden Glaubensfest werden. Nur der Rap zum Glaubensbekenntnis war für die Ohren der ausländischen Gäste dann vielleicht doch ein wenig zu gewagt. Sie stimmten das Credo lieber noch ein zweites Mal an und sangen es selbständig und a capella noch einmal auf lateinisch.

Alles in allem war es ein gelungenes Projekt, was die MUSIK-WERKSTATT Freiburg in enger Zusammenarbeit mit dem Arbeitsbereich Musik des Erzbischöflichen Seelsorgeamtes da auf die Beine gestellt hatte. Selbst beim anschließenden Weltjugendtag in Köln traf man immer wieder Leute, die begeistert von dem Gottesdienst in Mannheim und der schönen Musik erzählten.

Da waren all die Schwierigkeiten, mit denen man zu kämpfen hatte, schnell vergessen: die Generalprobe, die abgebrochen werden musste, weil die Dachkonstruktion der Altarinsel durch Sturmböen zerstört worden war und auf den Chor zu stürzen drohte, das tropfnasse E-Piano, von dem man nicht wusste, ob es nassgeregnet überhaupt einen Ton von sich geben würde, und ein heiserer Gregor Linßen, dem jeden Moment die Stimme versagen konnte. Am Ende hat – zum Glück - alles wunderbar geklappt. Ja, selbst das Wetter spielte mit: Rechtzeitig zum Gottesdienstbeginn hörte auch der Dauer-Regen auf, der das Maimarkgelände in eine Schlammlandschaft verwandelt hatte, und die Sonne kam heraus.

Monika Cajkovac

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